Das Wasser bis zur Taille, der Wind im Gesicht, eine Gruppe, die im gleichen Rhythmus am Strand entlangzieht. Vor rund zwanzig Jahren in Dünkirchen entstanden, hat sich Longe-côte (Wassergehen im Meer) entlang der französischen und belgischen Küsten und weit darüber hinaus verbreitet. Und man kann es das ganze Jahr über betreiben.
Das Wichtigste in Kürze
- Sie gehen im Meer, das Wasser reicht Ihnen zwischen Bauchnabel und Achseln
- Eine zugängliche Aktivität, die sich an unterschiedliche Niveaus anpasst
- Unter dem Neoprenanzug oder im Sommer pur: ein Einteiler, der sitzt
Was ist Longe-côte?
Beim Longe-côte, auch Meerwandern oder Küstenwassergehen genannt, gehen Sie im Meer parallel zum Ufer, wobei Ihnen das Wasser irgendwo zwischen Bauchnabel und Achseln reicht. Man bewegt sich in der Gruppe vorwärts, je nach Praxis mit oder ohne Paddel.
Alles begann 2005 in Dünkirchen. Thomas Wallyn, ein Rudertrainer, suchte nach einer Möglichkeit, seine Ruderer zu kräftigen, ohne ihre Gelenke zu belasten. Er begann, mit dem Paddel in der Hand im Wasser zu gehen, testete Strömung und Wellen … und entdeckte eine Freude, mit der er nicht gerechnet hatte. Er selbst spricht von „sérendipité“ (einem glücklichen Zufallsfund). Wer ihm folgte, wurde zu den ersten „longeurs“. Heute untersteht die Disziplin dem französischen Wanderverband.
Schon gewusst?
Viele Frauen gehen im Meer: Bei der Regionalmeisterschaft Provence-Alpes-Côte d’Azur 2024 waren 188 der 302 Teilnehmenden Frauen, also mehr als sechs von zehn. Und im Wettkampf bewegen sich die Schnellsten mit 4 bis 5 km/h durchs Wasser.
Viel mehr als ein französischer Trend
Von der Nordküste Frankreichs aus hat sich Longe-côte nach Spanien verbreitet, wo es „marcha acuática“ heißt, nach Italien, Marokko und Tunesien, unter dem Namen „sea wading“ ins Vereinigte Königreich und sogar bis auf eine Insel in Tasmanien, Australien.
In Belgien können Sie es bei einem Verein in Oostduinkerke in einer betreuten Einheit ausprobieren. Auch in Knokke-Heist werden Einheiten angeboten. Und selbst in Flandern sagt man gern „longe-côte“ statt „zeewandelen“.
Was Longe-côte Ihnen bringt
Ein Ganzkörpersport ohne Stöße. Wer gegen den Widerstand des Wassers vorangeht, trainiert Beine, Rumpf, Rücken und Arme. Der Verband beschreibt es als Muskel- und Ausdauertraining ohne Stoßbelastung für die Gelenke.
Ausdauer und Gleichgewicht. Das Gehen im Wasser fördert Ausdauer und Gleichgewicht. Das Tempo lässt sich an das Niveau und die Fitness jeder Frau anpassen.
Ein Moment für sich – und mit anderen. Das Meer, der Himmel, die Gruppe, die sich gemeinsam bewegt: Man kommt müde und zugleich ganz ruhig wieder heraus.

Der Einstieg ins Longe-côte
Am einfachsten ist es, sich einer betreuten Einheit anzuschließen. Die Kursleitung kennt die Strömungen, die zugelassenen Bereiche und die richtige Wassertiefe – das ist für die Technik ebenso wichtig wie für Ihren Körper. Die Einheiten finden höchstens 300 Meter vom Ufer entfernt statt, mit einer Kursleitung und einer Assistenz für maximal zwanzig Personen.
Eine Einheit dauert in der Regel etwa eine Stunde, im Wechsel gegen die Strömung und mit ihr. Sprechen Sie vor dem Start mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, umso mehr, wenn Sie nach einer Pause, einer Operation oder einer Behandlung wieder aktiv werden.
Was man beim Longe-côte trägt
In der warmen Jahreszeit
Ein sportlicher Einteiler, passende Wasserschuhe und Sonnenschutz. Je nach Praxis kommen ein Paddel oder andere Antriebshilfen zum Einsatz.
Von Oktober bis April
Ein Neoprenanzug, dessen Dicke von der Wassertemperatur abhängt, Wasserschuhe, manchmal Handschuhe und eine Kopfhaube. Und darunter immer ein Badeanzug.
Im tiefsten Winter an der Nordsee ist die Ausrüstung komplett: Neoprenanzug, Wasserschuhe, Handschuhe, Kopfhaube. Ein belgischer Meerwanderer scherzte im Radio, so ausgerüstet sehe er eher wie eine Robbe aus als wie der heldenhafte Rettungsschwimmer aus Baywatch. Auch das ist Longe-côte.
Im Sommer im Badeanzug: Sylvie in Les Sables-d’Olonne
Wenn das Wasser es zulässt und der Verein einverstanden ist, lassen manche den Neoprenanzug weg. Sylvie, ikonō-Kundin, ist eine von ihnen: Sie geht jede Woche in Les Sables-d’Olonne im Atlantik.

„Im Sommer mache ich Longe-côte in meiner Nageuse. Ich schätze ihr Futter im Atlantik, der manchmal ganz schön frisch sein kann, aber vor allem den Halt und den Komfort: Ich vergesse, dass ich sie trage, und genieße den Moment. Wenn ich aus dem Wasser komme, ziehe ich meinen Kaftan über und radle nach Hause.“
Sylvie, Meerwanderin in Les Sables-d’Olonne
Was Sie unter dem Neoprenanzug tragen
Im Meer wird Ihr Badeanzug gefordert: Die Wellen drücken, die Strömung zieht, Ihre Arme sind in Bewegung. Und unter einem Neoprenanzug sollten Sie ihn eine ganze Stunde lang vergessen können.
- Einteiler: Er sitzt in den Wellen besser als ein Zweiteiler.
- Breite Träger: Sie verrutschen nicht, wenn Sie die Arme heben, und schneiden unter dem Neopren nicht ein.
- Halt ohne Bügel: Unter dem Neoprenanzug drückt nichts.
- Flache Nähte und weiches Futter: Nichts scheuert, auch nicht nach einer langen Strecke.
- Beständig gegen Chlor und Salzwasser: Der Stoff behält seine Form, Mal für Mal.
Ohne Neoprenanzug ist Ihr Badeanzug die ganze Einheit über mit Ihrer Haut, dem Salzwasser und dem Sand in Kontakt. ikonō-Badeanzüge sind mit einem weichen recycelten Tüll gefüttert, der sich wie eine zweite Haut anfühlt und nach OEKO-TEX® Standard 100 zertifiziert ist.
„Dieses erste Bad, auf einer Insel in der Bretagne, in einem schönen Badeanzug, der trotz der Wellen saß, war ein Moment, in dem ich mich stark gefühlt habe.“
Agathe, ikonō-Kundin
An diesem Tag trug Agathe La Versatile in Oasis-Grün: ein Neckholder-Ausschnitt, der im Nacken gebunden wird, mehr Bedeckung am Dekolleté und Halt ohne Bügel. Sportlicher ist La Nageuse, Sylvies Badeanzug, der für Bewegung entworfen wurde: ein sportlicher Schnitt, recycelter Stoff, beständig gegen Chlor und Salzwasser, UV-Schutz UPF 50. Beide haben unsichtbare Taschen für eine, zwei oder keine Prothese.
La Nageuse, gemacht für Bewegung
Breite Träger, Halt ohne Bügel, beständig gegen Chlor und Salzwasser, UPF 50.
La Nageuse entdeckenIhre Fragen
Muss man schwimmen können, um Longe-côte zu machen?
Nicht unbedingt. Longe-côte wird in einer Tiefe betrieben, in der Sie stehen können. Sie sollten sich im Wasser aber wohlfühlen, und für den Einstieg ist eine betreute Einheit am besten.
Ab welchem Alter kann man anfangen?
Von Jugendlichen bis zu Menschen über 70: Longe-côte bringt alle Generationen zusammen, sogar im Wettkampf. Vor dem Einstieg empfiehlt sich ärztlicher Rat.
Welcher Neoprenanzug für Longe-côte?
Ein Neoprenanzug, dessen Dicke von der Wassertemperatur abhängt: etwa 5 mm in sehr kaltem Wasser (7 bis 12 °C), 4 mm zwischen 12 und 17 °C, darüber 2 bis 3 mm. Ihr Verein berät Sie; manche verleihen für die ersten Einheiten Neoprenanzüge.
Was trägt man unter dem Neoprenanzug?
Einen einteiligen Badeanzug mit breiten Trägern, flachen Nähten und weichem Futter. Er sollte während der gesamten Einheit weder verrutschen noch scheuern.
Und im Sommer, ohne Neoprenanzug?
Wenn das Wasser es zulässt und Ihr Verein einverstanden ist: ein sportlicher Einteiler, passende Wasserschuhe und guter Sonnenschutz. Ein Stoff mit UPF 50 schützt zudem die Haut, die er bedeckt.
Und Sie – sind Sie schon einmal im Meer gewandert? Erzählen Sie uns von Ihrem ersten Mal: Wir lieben diese Geschichten.






